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MDT: Wie wir unser Alpha-Modell weiterentwickeln

Insight
7 May 2026 |
Active ESG
Eleganz ist ein wesentlicher Bestandteil des Prozesses.

Bei MDT Advisers verfolgen wir einen systematischen, quantitativen Investmentansatz; die Grundlage unserer gesamten Arbeit bildet unser Alpha-Modell. Was bildet die Grundlage des Alpha-Modells selbst? Intuition und Research.

Unser Modell ist natürlich nicht fix und fertig vom Himmel gefallen wie die griechische Göttin Athene, und es wird sich auch künftig weiterentwickeln. Vielmehr überprüfen wir die Ergebnisse des Modells anhand eines stringenten Research-Prozesses. Ziel ist es, durch die kontinuierliche Verbesserung einzelner Alpha-Faktoren, der Risikokontrollen, der Portfoliokonstruktion und sogar des Modellierungsprozesses selbst nachhaltige langfristige Anlageergebnisse zu erzielen.

Einige dieser Weiterentwicklungen waren besonders bedeutend – etwa die Erweiterung unseres Decision-Tree-Frameworks zu einem ganzen „Wald“ aus Entscheidungsbäumen. Andere Änderungen erfolgten eher im Hintergrund, doch sie alle dienten demselben Ziel.

Ein Blick unter die Haube

Wie gestaltet sich der Prozess? Wir arbeiten in einem sechsmonatigen Research-Zyklus. Es handelt sich um einen disziplinierten Prozess, der jedoch sehr organisch beginnt. Am Anfang steht ein kollaboratives Brainstorming im Research-Team. Hier fließen Ideen aus wissenschaftlichen Fachzeitschriften ebenso ein wie interne Analysen und Beobachtungen unseres Investmentteams. Zudem lassen wir Erkenntnisse einfließen, die wir aus unseren vierteljährlichen Performance-Attributions-Meetings und unseren täglichen Handelsanalysen gewinnen. Dabei analysieren wir Transaktionen und das jeweilige Nachrichtenumfeld, um zu prüfen, ob es Entwicklungen gibt, die unser Modell künftig noch besser abbilden könnte. Wir stellen uns die Frage: Gibt es ein Unternehmensmerkmal, das wir analysieren möchten, das im aktuellen Modell bislang nicht berücksichtigt wird?

All diese Erkenntnisse fließen schließlich in einem Brainstorming-Dokument zusammen, in dem die Teammitglieder potenzielle Research-Ideen vorstellen. Auf Basis dieses Dokuments erstellen wir eine Agenda, um die vielversprechendsten Ideen mit den klarsten Untersuchungsansätzen systematisch zu erforschen.
Dabei schafft es keineswegs jede Idee auf die Agenda. Eine Idee muss spezifisch, plausibel und praxistauglich sein. Sie muss einen Bereich des Investmentprozesses identifizieren, dessen Optimierung sich lohnt, und einen logischen Plan für die Umsetzung bieten. Mit anderen Worten: Der Weg vom Konzept zur Realität muss eine berechtigte Aussicht auf Erfolg bieten. Wenn der Weg dorthin zu viele Zwischenschritte erfordert oder zu unklar ist, ist die Idee möglicherweise zu komplex oder zu vage. In diesem Fall arbeiten wir zunächst daran, die Idee zu verfeinern und sie gegebenenfalls in kleinere, besser umsetzbare Schritte zu unterteilen.

Der sechsmonatige Prozess ermöglicht es, Innovationen regelmäßig umzusetzen, ohne ständig Unruhe in den Prozess zu bringen. Als ich hier als Research-Analyst anfing, dauerten die Research-Zyklen noch zwei Jahre. Der Abschluss eines solchen Zyklus konnte damals einen Portfolioumschlag von über 10 % auslösen. Die heute verwendeten kürzeren Zyklen sind darauf ausgelegt, effizienter und weniger disruptiv zu sein.

Die heute verwendeten kürzeren Zyklen sind darauf ausgelegt, effizienter und weniger disruptiv zu sein.

Auf dem Weg dorthin versuchen wir, eine klare Vorstellung davon zu entwickeln, welche Arten von Verbesserungen realistisch erzielt werden können. Es ist hilfreich, mit einer konkreten These über die potenziellen Optimierungsbereiche zu arbeiten, da die Auswahl an denkbaren Untersuchungsthemen andernfalls schlicht zu riesig wäre.

Was das eigentliche Research betrifft, so arbeiten wir mit Daten und testen Hypothesen anhand dieser Daten, wobei wir Backtest-Simulationen einsetzen, die wir so präzise wie möglich zu gestalten versuchen. Zeigt die Idee eine konstante Verbesserung über vollständige Marktzyklen hinweg, in unterschiedlichen Konjunkturphasen und über verschiedene Marktkapitalisierungen hinweg? Interagiert die Idee mit anderen Teilen des Prozesses so, wie wir es erwarten? Was die Daten betrifft, mögen wir sie wie Sushi: so roh wie möglich. Wir sagen gern: „Wir kaufen keine Signale von Drittanbietern.“

Ästhetik und Investieren

Wenn wir eine Idee finden, die funktioniert, versuchen wir anschließend, sie auf ihren Kern zu reduzieren. Es mag überraschen, dass quantitatives Investieren ein erhebliches Maß an ästhetischem Gespür erfordert. Wir versuchen, jeden Faktor so einfach und elegant wie möglich zu gestalten. Oft erkennt man eine wirklich gute Idee daran, dass sie sich perfekt in ein bestehendes Gefüge einfügt und im Nachhinein völlig offensichtlich erscheint.


Mein Team befindet sich dauerhaft in einem sechsmonatigen Hamsterrad. Ist das ein deprimierendes Gefühl? Keineswegs. Denn jedes Mal entdecken wir etwas Neues. Oder um es mit Albert Camus’ Neuinterpretation des Sisyphos auszudrücken: „Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“

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